Kurz gesagt: Wie viel du mit OnlyFans verdienst, hängt fast nur von zwei Zahlen ab: wie viele Fans zahlen und zu welchem Preis. Von jeder Zahlung bekommst du 80 %, ausgezahlt in US-Dollar und vor Steuern. Belegt ist nur die Gesamtsumme: Im Geschäftsjahr 2025 hat OnlyFans laut Jahresabschluss rund 6,2 Mrd. $ an Creator ausgezahlt, verteilt auf gut 5 Millionen Creator-Accounts. Wie sich das verteilt, veröffentlicht OnlyFans nicht. Durchschnittswerte, die im Netz kursieren, sind deshalb Schätzungen. Stand: Oktober 2026.
Wichtig: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Übersicht und keine Steuer- oder Finanzberatung. Wir versprechen kein Einkommen; die Beispielrechnungen zeigen nur, wie sich Preise und Provision auswirken.
Was über den OnlyFans-Verdienst belegt ist
Die einzige belastbare Quelle sind die Jahresabschlüsse der Betreiberfirma Fenix International Limited, die bei Companies House in London öffentlich einsehbar sind. Daraus (ausführlich in unseren OnlyFans-Statistiken):
| Kennzahl (Geschäftsjahr bis 30.11.2025) | Wert |
|---|---|
| Zahlungen der Fans insgesamt | 7,84 Mrd. $ |
| davon an Creator ausgezahlt | rund 6,2 Mrd. $ |
| Creator-Accounts | 5,06 Mio. |
| Fan-Accounts | 437 Mio. |
Was der Abschluss nicht enthält: eine Einkommensverteilung, einen Median, Zahlen nach Ländern oder nach Geschlecht. Auch die Hilfe-Seiten von OnlyFans nennen keine typischen Einnahmen.
Warum ein „Durchschnittsverdienst“ in die Irre führt
Rechnerisch ergibt sich aus 6,2 Mrd. $ und 5,06 Mio. Creator-Accounts ein Wert von rund 1.200 $ im Jahr, also etwa 100 $ im Monat pro Account. Als Einkommenserwartung taugt diese Zahl aus zwei Gründen nicht:
- Die Account-Zahl enthält auch Konten ohne Einnahmen. Wer ein Creator-Konto anlegt und nie etwas verkauft, zählt mit und drückt den Wert.
- Einnahmen verteilen sich auf Plattformen dieser Art sehr ungleich. Wenige große Accounts mit eigener Reichweite ziehen den Durchschnitt nach oben. Wie stark, lässt sich mangels veröffentlichter Verteilung nicht beziffern.
Auch andere kursierende Zahlen sind keine Primärdaten. Ein Beispiel: Presseberichte wie bei watson (Oktober 2025) zitieren eine Analyse eines Erotikportals, nach der Creator in Deutschland im Schnitt 200–500 € im Monat verdienen und auf einen Stundenlohn unter dem Mindestlohn kommen. Methode und Stichprobe dieser Analyse sind nicht veröffentlicht. Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit 1. Januar 2026 bei 13,90 € pro Stunde (MiLoV5).
Unsere Haltung dazu steht auch auf der Statistikseite: Wir nennen keine Durchschnittseinkommen, die sich nicht belegen lassen. Was du selbst verdienen kannst, rechnest du besser mit deinen eigenen Zahlen.
Rechenbeispiel: Wie viel verdient man mit 1.000 Abonnenten?
Diese Frage taucht in fast jeder Suche nach dem OnlyFans-Verdienst auf. Die Rechnung ist einfach, weil OnlyFans laut Nutzungsbedingungen 20 % jeder Fan-Zahlung behält. Abo-Preise legst du selbst fest, laut OnlyFans-Hilfe zwischen 4,99 und 50 $ im Monat, oder du machst das Profil kostenlos.
| Abo-Preis im Monat | Fans zahlen (1.000 Abos) | OnlyFans behält 20 % | Bei dir kommen an | in Euro* |
|---|---|---|---|---|
| 4,99 $ | 4.990 $ | 998 $ | 3.992 $ | ca. 3.560 € |
| 9,99 $ | 9.990 $ | 1.998 $ | 7.992 $ | ca. 7.130 € |
| 19,99 $ | 19.990 $ | 3.998 $ | 15.992 $ | ca. 14.270 € |
*Euro-Referenzkurs der EZB vom 9. Oktober 2026 (1 € = 1,1206 $), vor Gebühren deines Zahlungswegs und vor Steuern.
Drei Dinge, die die Rechnung in der Praxis verändern:
- „Abonnenten“ heißt nicht „zahlende Abonnenten“. Bei einem kostenlosen Profil zahlt niemand ein Abo; Geld kommt dann nur über Einzelkäufe (etwa bezahlte Nachrichten) und Trinkgelder. Rabattaktionen senken den Abo-Preis zusätzlich.
- Abos laufen aus. Wer nicht verlängert, fällt im nächsten Monat aus der Rechnung. Entscheidend ist, wie viele Fans im jeweiligen Monat tatsächlich zahlen.
- Umsatzsteuer der Fans schlägt OnlyFans je nach Land auf den Preis auf (Hilfe-Center). Sie ist in der Tabelle nicht enthalten und kommt auch nicht bei dir an.
Eigene Zahlen, auch für andere Plattformen und mit Agentur-Anteil, rechnest du mit dem OnlyFans-Rechner durch.
Was verdienen Anfänger bei OnlyFans?
Am Anfang meist wenig oder nichts. Der Grund ist strukturell: OnlyFans hat keine offene Suche. Fans finden ein Profil laut Hilfe-Center nur über den Benutzernamen. Wer ohne Reichweite auf Social Media, einer eigenen Website oder in einer bestehenden Community startet, hat deshalb zunächst null zahlende Fans, egal wie gut die Inhalte sind.
Wenn du keine eigene Reichweite mitbringst, lohnt ein Blick auf Plattformen mit interner Suche: Fansly hat Suche, Tags und eine „For You“-Seite, ManyVids ist ein Marktplatz, auf dem Käufer:innen Clips über Kategorien finden. Die Unterschiede stehen im direkten Vergleich OnlyFans vs. Fansly und in der Übersicht der OnlyFans-Alternativen. Wie du Schritt für Schritt startest, zeigt die Anleitung zum Start.
Verdienen Männer und Paare anders?
Belegte Zahlen gibt es dazu nicht: OnlyFans veröffentlicht weder, wie viele Creator Männer oder Paare sind, noch wie viel sie verdienen. Kursierende Angaben dazu sind Schätzungen oder Einzelberichte.
Was feststeht: Provision und Auszahlung sind für alle gleich, du bekommst 80 % jeder Fan-Zahlung. Wie viel du verdienst, entscheidet sich deshalb nicht am Geschlecht, sondern daran, ob es für dein Angebot zahlende Nachfrage gibt und ob du diese Nachfrage über eigene Kanäle erreichst. Für Paare kommt eine Frage dazu, die vor dem ersten Euro geklärt sein sollte: Wer meldet das Gewerbe an, und wie werden die Einnahmen aufgeteilt? Das hat steuerliche Folgen (siehe unten).
Was nach Steuern und Kosten übrig bleibt
Was OnlyFans auszahlt, ist noch nicht dein Verdienst. In Deutschland gehen davon ab:
- Einkommensteuer auf den Gewinn nach deinem persönlichen Steuersatz; der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 € (§ 32a EStG).
- Gewerbesteuer erst über 24.500 € Gewerbeertrag im Jahr, teilweise auf die Einkommensteuer angerechnet.
- Kranken- und Pflegeversicherung, wenn du hauptberuflich selbstständig bist (siehe Krankenversicherung für Creator).
- Betriebsausgaben wie Ausstattung, Software, Steuerberatung und gegebenenfalls eine Agentur, die oft einen großen Teil der Einnahmen nimmt.
Unsere redaktionelle Faustregel: 30–40 % des Gewinns für Steuern zurücklegen, bis du deinen tatsächlichen Steuersatz kennst. Wie die Anmeldung läuft, steht im Ratgeber OnlyFans Gewerbe anmelden, alles zur Steuererklärung unter OnlyFans versteuern. Welche Kosten neben der Provision anfallen, zeigt Was kostet OnlyFans?.
Lohnt sich OnlyFans?
Finanziell lohnt es sich nur, wenn genug Fans regelmäßig zahlen. Das hängt vor allem davon ab, ob du Reichweite mitbringst, denn OnlyFans selbst bringt dir keine neuen Fans. Ein ehrlicher Test vor dem Start:
- Wie viele Menschen erreichst du heute über eigene Kanäle?
- Wie viele davon würden realistisch monatlich zahlen?
- Was bleibt nach 20 % Provision und Steuern, gemessen an deiner Arbeitszeit für Inhalte, Nachrichten und Werbung?
Bedenke auch die nicht finanziellen Folgen: Inhalte können kopiert werden und lassen sich schwer wieder entfernen (siehe Content-Leaks entfernen), und Anonymität hat Grenzen (OnlyFans anonym nutzen).
Quellen
- Fenix International Limited, Konzernabschluss für das Geschäftsjahr bis 30.11.2025, Companies House, Filing History (Werte wie in unseren OnlyFans-Statistiken)
- OnlyFans: Terms of Service (Gebühr 20 %), Hilfe-Center zu Abo-Preisen und Steuern für Fans
- § 32a EStG, § 11 GewStG, Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung
- watson: Onlyfans-Einkünfte der Creator liegen oft unter dem Mindestlohn (07.10.2025)
- Wechselkurs: Euro-Referenzkurs der EZB vom 9. Oktober 2026
Stand: Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man mit OnlyFans?
Das hängt fast nur von der Zahl zahlender Fans und deinen Preisen ab. Belegt ist nur die Gesamtsumme: Laut Jahresabschluss hat OnlyFans im Geschäftsjahr 2025 rund 6,2 Mrd. US-Dollar an Creator ausgezahlt, verteilt auf gut 5 Mio. Creator-Accounts. Eine Einkommensverteilung veröffentlicht OnlyFans nicht. Von jeder Fan-Zahlung bekommst du 80 %, davor gehen noch Steuern ab.
Wie viel verdient man mit 1.000 Abonnenten auf OnlyFans?
Bei 1.000 zahlenden Abonnenten und 9,99 $ im Monat zahlen Fans 9.990 $; OnlyFans behält 20 %, bei dir kommen 7.992 $ an (beim EZB-Kurs vom 9. Oktober 2026 rund 7.130 €), vor Steuern. Bei 4,99 $ sind es 3.992 $. Kostenlose Abonnenten bringen nur über Einzelkäufe und Trinkgelder Geld.
Wie hoch ist das durchschnittliche Einkommen bei OnlyFans?
Ein belastbarer Durchschnitt existiert nicht. Teilt man die Auszahlungen 2025 (6,2 Mrd. $) durch die Creator-Accounts (5,06 Mio.), ergeben sich rechnerisch rund 1.200 $ im Jahr pro Account. Darin stecken aber auch Accounts ohne jede Einnahme und wenige sehr große Accounts. Als Einkommenserwartung taugt die Zahl deshalb nicht.
Was verdienen Anfänger bei OnlyFans?
Anfangs meist wenig oder nichts: OnlyFans hat laut Hilfe-Center keine offene Suche, Fans finden dich nur über deinen Benutzernamen. Wer ohne eigene Reichweite startet, beginnt also bei null zahlenden Fans. Plattformen mit interner Suche wie Fansly oder ManyVids sind dafür eher geeignet.
Was verdienen Männer bei OnlyFans?
Dazu gibt es keine belegten Zahlen; OnlyFans veröffentlicht keine Auswertung nach Geschlecht. Provision und Auszahlung sind für alle gleich (80 % an den Creator). Entscheidend ist, ob es für dein Angebot zahlende Nachfrage gibt und ob du sie über eigene Kanäle erreichst.
Muss ich OnlyFans-Einnahmen versteuern?
Ja. In Deutschland sind die Einnahmen in aller Regel gewerblich: Du brauchst ein Gewerbe und zahlst Einkommensteuer auf den Gewinn, ab 24.500 € Gewerbeertrag auch Gewerbesteuer. Unsere redaktionelle Faustregel: 30–40 % des Gewinns zurücklegen. Keine Steuerberatung.