Kurz gesagt: Ja, OnlyFans-Einnahmen musst du in Deutschland versteuern. Versteuert wird der Gewinn — Einnahmen minus Betriebsausgaben — zusammen mit deinem übrigen Einkommen; 2026 sind 12.348 Euro Grundfreibetrag steuerfrei. Dazu kommen Gewerbeanmeldung, Steuererklärung mit Anlage G und EÜR und gegebenenfalls Gewerbesteuer. Umsatzsteuer fällt bei Plattformen im Ausland in Deutschland meist nicht an. Stand: Oktober 2026.
Wichtig: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Übersicht und ersetzt keine Steuerberatung. Die Details, besonders bei der Umsatzsteuer, hängen von deinem Einzelfall ab.
Muss man OnlyFans versteuern — und ab wann?
Einkünfte aus Fan-Plattformen sind in aller Regel Einkünfte aus Gewerbebetrieb und damit einkommensteuerpflichtig. Ob tatsächlich Steuer anfällt, hängt von deinem gesamten zu versteuernden Einkommen ab: Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro (2025: 12.096 Euro, § 32a EStG). Hast du nur Creator-Einnahmen und bleibt der Gewinn darunter, zahlst du keine Einkommensteuer — erklären musst du ihn trotzdem.
Bist du angestellt und verdienst nebenbei, gilt:
- Eine Einkommensteuererklärung ist Pflicht, sobald die Nebeneinkünfte mehr als 410 Euro im Jahr betragen (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG).
- Nebeneinkünfte bis 410 Euro bleiben über den Härteausgleich steuerfrei; zwischen 410 und 820 Euro wird ein gleitender Betrag abgezogen (§ 46 Abs. 3 EStG, § 70 EStDV).
- Darüber werden die Gewinne mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz versteuert — sie kommen auf dein Gehalt obendrauf.
Mit einem angemeldeten Gewerbe gibst du die Steuererklärung ohnehin jedes Jahr ab, auch wenn der Gewinn gering ist.
1. Gewerbe anmelden
Content-Verkauf über Plattformen ist in aller Regel eine gewerbliche Tätigkeit. Die Anmeldung beim Gewerbeamt ist mit Beginn der Tätigkeit fällig, nicht erst ab einem bestimmten Umsatz; danach folgt innerhalb eines Monats der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER. Ablauf, Kosten, „Kleingewerbe“ und Gewerbesteuer stehen ausführlich im Guide OnlyFans Gewerbe anmelden.
Kurz zur Gewerbesteuer: Für Einzelunternehmer:innen gilt ein Freibetrag von 24.500 Euro Gewerbeertrag (§ 11 GewStG). Was darüber liegt, wird zum großen Teil auf die Einkommensteuer angerechnet (§ 35 EStG).
2. Einkommensteuer: Der Gewinn zählt
Versteuert wird nicht dein Umsatz, sondern dein Gewinn. Die meisten Creator ermitteln ihn per Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR): Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 3 EStG). Zur Buchführung bist du erst verpflichtet, wenn das Finanzamt dich dazu auffordert, weil der Umsatz über 800.000 Euro oder der Gewinn über 80.000 Euro liegt (§ 141 AO).
Betriebsausgaben sind Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind (§ 4 Abs. 4 EStG). Bei Creator-Businesses gehören typischerweise dazu:
- Technik: Kamera, Licht, Mikrofon, Computer, Smartphone (bei Privatnutzung anteilig)
- Requisiten und Ausstattung, die nur für die Produktion genutzt werden
- Software, Schnittprogramme, Cloud-Speicher
- Agentur-Provisionen, Chatting-Dienste, Werbung
- Steuerberatungskosten
- Arbeitszimmer nur unter den Voraussetzungen von § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG
Die Plattform-Provision musst du nicht gesondert absetzen, wenn du nur die Auszahlungen als Einnahmen erfasst. Lass dir von deiner Steuerberatung sagen, ob Brutto-Umsatz mit Gebühren als Ausgaben oder Nettoauszahlungen gebucht werden sollen — beides muss zu den Plattform-Abrechnungen passen.
Vorauszahlungen und Rücklagen: Nach der ersten Steuererklärung setzt das Finanzamt vierteljährliche Vorauszahlungen fest, fällig am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember (§ 37 EStG). Die erste Nachzahlung plus Vorauszahlungen kommen oft gleichzeitig. Unsere redaktionelle Faustregel: 30–40 % des Gewinns zurücklegen; wie viel du konkret brauchst, hängt von deinem Steuersatz ab.
3. Die Steuererklärung für OnlyFans-Einnahmen
Als Gewerbetreibende:r gibst du die Einkommensteuererklärung elektronisch über ELSTER ab (§ 25 Abs. 3 und 4 EStG). Dazu gehören:
- die Anlage G für die Einkünfte aus Gewerbebetrieb,
- die Anlage EÜR, ebenfalls elektronisch (§ 60 Abs. 4 EStDV),
- ab einem Gewerbeertrag über dem Freibetrag die Gewerbesteuererklärung,
- je nach Fall die Umsatzsteuererklärung.
Fristen für das Jahr 2025: ohne Steuerberatung bis 31. Juli 2026, also sieben Monate nach Jahresende (§ 149 Abs. 2 AO). Mit Steuerberatung bis Ende Februar des übernächsten Jahres (§ 149 Abs. 3 AO); weil der 28. Februar 2027 ein Sonntag ist, verschiebt sich die Frist auf Montag, 1. März 2027 (§ 108 Abs. 3 AO).
Halte für jede Plattform die monatlichen Abrechnungen (Statements) und die Kontoauszüge der Auszahlungen bereit. Bei Auszahlungen in US-Dollar dokumentiere den Euro-Betrag, der auf deinem Konto ankommt, und den Umrechnungskurs; wie du umrechnest, legst du einmal mit deiner Steuerberatung fest.
4. Umsatzsteuer: Entscheidend ist, wo die Plattform sitzt
Bei Fan-Plattformen leistest du umsatzsteuerlich in der Regel an die Plattform, nicht direkt an die Fans. Für Leistungen an Unternehmer liegt der Leistungsort dort, von wo aus der Empfänger sein Unternehmen betreibt (§ 3a Abs. 2 UStG). Daraus ergeben sich drei Fälle:
- Plattform außerhalb der EU (z. B. OnlyFans in Großbritannien, Fansly in den USA): Der Leistungsort liegt im Ausland, die Umsätze sind in Deutschland nicht steuerbar.
- Plattform in einem anderen EU-Land (z. B. MYM in Frankreich oder Maloum in Österreich): Die Plattform schuldet die Steuer im Ausland (Reverse Charge). Du brauchst eine USt-IdNr. und gibst grundsätzlich vierteljährlich eine Zusammenfassende Meldung ab — außer du wendest die Kleinunternehmerregelung an (§ 18a Abs. 4 UStG).
- Plattform in Deutschland: Deine Umsätze sind hier steuerbar. Ohne Kleinunternehmerregelung fällt 19 % deutsche Umsatzsteuer an.
Die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) gilt bis 25.000 Euro Umsatz im Vorjahr und 100.000 Euro im laufenden Jahr; gezählt werden nur in Deutschland steuerbare Umsätze. Beispiele und Rechenwege im Guide zur Kleinunternehmerregelung. Mit welcher Gesellschaft du den Vertrag hast, steht in den Bedingungen der Plattform — den Sitz der großen Plattformen findest du im Vergleich der OnlyFans-Alternativen, den Unterschied OnlyFans/MYM im Direktvergleich MYM vs. OnlyFans.
5. Was das Finanzamt erfährt
Seit dem Meldezeitraum 2023 gilt das Plattformen-Steuertransparenzgesetz (Umsetzung der EU-Richtlinie DAC7). Plattformbetreiber melden dem Bundeszentralamt für Steuern jährlich bis 31. Januar bestimmte Tätigkeiten ihrer Anbieter, bei natürlichen Personen unter anderem Name, Wohnanschrift, Steuer-ID, Finanzkonto und die Vergütung je Quartal (§§ 13, 14 PStTG). Erfasst sind unter anderem „persönliche Dienstleistungen“, die auf Anforderung eines Nutzers erbracht werden, auch virtuell (§ 5 PStTG) — etwa Auftragsinhalte oder Video-Calls.
Ob eine Plattform für dein Konto meldet, siehst du nicht. Für die Steuer spielt es keine Rolle: Steuerpflichtig sind alle Gewinne, gemeldet oder nicht. Wer bisher Einnahmen nicht erklärt hat, kann mit einer Selbstanzeige Straffreiheit erreichen — aber nur, wenn sie alle unrichtigen Angaben einer Steuerart in vollem Umfang berichtigt (§ 371 AO). Das gehört in die Hände einer Steuerberatung oder Fachanwaltskanzlei.
6. Brauche ich einen Steuerberater für OnlyFans?
Eine Pflicht gibt es nicht. Die Einkommensteuererklärung, die Einnahmenüberschussrechnung und gegebenenfalls die Gewerbesteuererklärung kannst du selbst über ELSTER abgeben. Eine Steuerberatung lohnt sich vor allem in diesen Fällen:
- Umsatzsteuer mit Auslandsbezug: Plattformen in einem anderen EU-Land (z. B. MYM in Frankreich, Maloum in Österreich) bedeuten Reverse Charge und eine USt-IdNr. (siehe oben).
- Höhere Gewinne: Spätestens wenn Gewerbesteuer oder Vorauszahlungen anfallen, sind Fehler teuer.
- Nachmeldungen: Hast du Einnahmen aus früheren Jahren nicht erklärt, sollte eine Beratung die Korrektur übernehmen.
- Paare und Teams: Wer meldet das Gewerbe an, wie werden Einnahmen aufgeteilt? Das entscheidet über die Steuer beider Personen.
Was kostet das? Steuerberater:innen rechnen nach der Steuerberatervergütungsverordnung ab oder vereinbaren eine Vergütung in Textform (§ 4 StBVV). Nach der Verordnung kostet die Einkommensteuererklärung 1/10 bis 6/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle A, Gegenstandswert ist die Summe der positiven Einkünfte, mindestens 8.000 Euro (§ 24 StBVV). Für die Einnahmenüberschussrechnung kommen 5/10 bis 30/10 einer vollen Gebühr nach Tabelle B dazu, Gegenstandswert ist die höhere Summe aus Betriebseinnahmen oder Betriebsausgaben, mindestens 17.500 Euro (§ 25 StBVV). Wo im Rahmen die Gebühr liegt, hängt vom Aufwand ab. Frag vorher nach einem Angebot. Die Kosten setzt du als Betriebsausgabe ab, und mit Steuerberatung verlängert sich die Abgabefrist (siehe Abschnitt 3).
Kanzleien, die sich auf Creator spezialisiert haben, werben vor allem online. Wir empfehlen keine einzelne Kanzlei; achte auf die Zulassung als Steuerberater:in und auf eine schriftliche Vergütungsvereinbarung.
Checkliste: Deine ersten 5 Schritte
- Gewerbe anmelden, bevor die Einnahmen laufen — Schritt für Schritt erklärt
- Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER innerhalb eines Monats abgeben; bei EU-Plattformen die USt-IdNr. ankreuzen
- Separates Konto für Creator-Einnahmen und alle Belege sammeln
- Rücklage für Einkommensteuer und Vorauszahlungen von jeder Auszahlung abzweigen
- Steuerberatung suchen, spätestens wenn Umsatzsteuer-Fragen (EU- oder deutsche Plattformen) dazukommen
Wie viel nach Plattform-Gebühr und Steuern bleibt, rechnest du mit dem OnlyFans-Einnahmen-Rechner durch; was das Creator-Business sonst kostet, steht unter Was kostet OnlyFans?. Für Österreich und die Schweiz gibt es eigene Guides.
Quellen
- Einkommensteuergesetz: § 4, § 25, § 32a, § 35, § 37, § 46; EStDV § 60, § 70
- Abgabenordnung: § 108, § 141, § 149, § 371
- Umsatzsteuergesetz: § 3a, § 18a, § 19; § 11 GewStG
- Steuerberatervergütungsverordnung: § 4, § 24, § 25
- Plattformen-Steuertransparenzgesetz: § 5, § 14; Bundeszentralamt für Steuern: FAQ zu DAC7
Stand: Oktober 2026. Werte für 2026; Grundfreibetrag und Grenzen ändern sich regelmäßig.
Häufige Fragen
Muss man OnlyFans versteuern?
Ja. Gewinne aus OnlyFans, Fansly & Co. sind in Deutschland einkommensteuerpflichtig, egal ob als Nebenverdienst oder Hauptberuf. Ob am Ende tatsächlich Steuer anfällt, hängt vom gesamten zu versteuernden Einkommen ab: 2026 bleiben 12.348 Euro (Grundfreibetrag) steuerfrei.
Ab wann muss ich OnlyFans-Einnahmen versteuern?
Steuerpflichtig ist jeder Gewinn. Eine Steuererklärung musst du als Gewerbetreibende:r ohnehin abgeben. Bist du zusätzlich angestellt, sind Nebeneinkünfte bis 410 Euro im Jahr über den Härteausgleich steuerfrei, zwischen 410 und 820 Euro gilt ein gleitender Abzug (§ 46 Abs. 3 EStG, § 70 EStDV).
Brauche ich für OnlyFans ein Gewerbe?
In aller Regel ja, und zwar mit Beginn der Tätigkeit (§ 14 GewO). Die Anmeldung kostet je nach Stadt etwa 15 bis 60 Euro. Schritt für Schritt erklärt im Guide „OnlyFans Gewerbe anmelden“.
Muss ich auf OnlyFans-Einnahmen Umsatzsteuer zahlen?
In der Regel nicht in Deutschland: Du leistest umsatzsteuerlich meist an die Plattform. Sitzt sie außerhalb der EU wie OnlyFans in Großbritannien, sind die Umsätze in Deutschland nicht steuerbar (§ 3a Abs. 2 UStG). Bei Plattformen in anderen EU-Ländern gilt Reverse Charge, bei deutschen Plattformen deutsche Umsatzsteuer, sofern du nicht Kleinunternehmer:in bist. Lass die Einordnung prüfen.
Wann ist die Steuererklärung fällig?
Die Erklärung für 2025 musstest du ohne Steuerberatung bis 31. Juli 2026 abgeben (§ 149 Abs. 2 AO). Mit Steuerberatung läuft die Frist bis Ende Februar 2027; weil der 28.2.2027 ein Sonntag ist, bis 1. März 2027.
Brauche ich für OnlyFans einen Steuerberater?
Vorgeschrieben ist das nicht; die Steuererklärung samt Einnahmenüberschussrechnung kannst du selbst machen. Sinnvoll ist Steuerberatung vor allem bei Umsatzsteuer-Fragen (Plattform in einem anderen EU-Land), bei höheren Gewinnen, bei Nachmeldungen früherer Jahre und wenn ihr als Paar gemeinsam Einnahmen erzielt. Die Kosten richten sich nach der Steuerberatervergütungsverordnung oder einer schriftlichen Vergütungsvereinbarung und sind Betriebsausgaben.
Erfährt das Finanzamt von meinen OnlyFans-Einnahmen?
Verlass dich nicht auf das Gegenteil. Plattformbetreiber müssen nach dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz bestimmte Tätigkeiten mit Name, Anschrift, Steuer-ID und Vergütung an das Bundeszentralamt für Steuern melden. Unabhängig davon sind alle Gewinne steuerpflichtig; nicht erklärte Einnahmen können zur Steuerhinterziehung werden.