OnlyFans & Steuern in Österreich: Der Überblick 2026

Illustration: verschneite Berge und eine Holzhütte, davor ein Ordner, ein Taschenrechner und Münzen
Inhaltsverzeichnis· 8 Abschnitte
  1. 011. Gewerbeschein oder Neue Selbständige?
  2. 022. Einkommensteuer: Tarif 2026
  3. 033. Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung
  4. 044. Sozialversicherung bei der SVS
  5. 055. Das Finanzamt weiß Bescheid
  6. 06Checkliste für Österreich
  7. 07Quellen
  8. 08Häufige Fragen

Auch in Österreich sind Einnahmen aus OnlyFans, Fansly und Co. steuerpflichtig — und die Plattformen melden sie an die Finanzbehörden. Dieser Guide ordnet die vier Baustellen ein: Gewerbe, Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Sozialversicherung. Für Deutschland gibt es einen eigenen Steuer-Guide.

Wichtig: Dieser Artikel ist eine redaktionelle Übersicht für Österreich und ersetzt keine Steuerberatung. Werte Stand 2026; sie werden jährlich angepasst.

1. Gewerbeschein oder Neue Selbständige?

In Österreich gibt es kein eigenes Gewerbe „Content Creator“. Die Wirtschaftskammer ordnet die Tätigkeit nach dem, was du konkret machst (WKO: Online Content Creator:in):

  • Neue Selbständige (ohne Gewerbeschein): Laut WKO fallen etwa Abo-Zahlungen für einen Blog oder Einnahmen aus Klicks und Views in diese Kategorie. Viele Fan-Plattform-Modelle mit Abos und Einzelverkäufen ähneln dem.
  • Gewerbe: Verdienst du mit Werbung, Kooperationen oder Affiliate-Marketing Geld oder bekommst du Werbegeschenke, musst du laut WKO „in aller Regel auch ein Gewerbe anmelden“ — typischerweise als Werbeagentur (freies Gewerbe).

Viele Creator machen beides. Dann kann eine Kombination nötig sein. Kläre die Einordnung, bevor die Einnahmen nennenswert werden — sie entscheidet auch über die Sozialversicherung.

2. Einkommensteuer: Tarif 2026

Versteuert wird dein Gewinn, also Einnahmen minus Betriebsausgaben (Technik, Requisiten, Software, Agentur-Provisionen, Steuerberatung). Der Tarif 2026 laut Unternehmensserviceportal:

Einkommen pro JahrSteuersatz
bis 13.539 €0 %
13.539 € bis 21.992 €20 %
21.992 € bis 36.458 €30 %
36.458 € bis 70.365 €40 %
70.365 € bis 104.859 €48 %
104.859 € bis 1 Mio. €50 %
über 1 Mio. €55 % (laut USP befristet bis 2029)

Die Sätze gelten jeweils nur für den Teil des Einkommens in der Stufe. Wichtig für Nebenjob-Creator: Dein Gehalt und deine Plattform-Gewinne werden zusammengerechnet. Ein Gewinn von 5.000 Euro neben einem Vollzeitgehalt wird also mit deinem Grenzsteuersatz besteuert, nicht steuerfrei.

3. Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung

Seit 2025 liegt die Kleinunternehmergrenze bei 55.000 Euro brutto im Jahr (USP: Kleinunternehmerregelung ab 2025). Bis dahin bist du von der Umsatzsteuer befreit, kannst aber keine Vorsteuer abziehen. Eine einmalige Überschreitung um bis zu 10 % (bis 60.500 Euro) ist toleriert.

Wie in Deutschland gilt: Bei Fan-Plattformen leistest du umsatzsteuerlich in der Regel an die Plattform. Für Leistungen zwischen Unternehmen liegt der Leistungsort beim Empfänger. Sitzt die Plattform außerhalb Österreichs, sind die Umsätze in Österreich meist nicht steuerbar; bei Plattformen aus anderen EU-Ländern kommt das Reverse-Charge-Verfahren ins Spiel. Wo deine Plattform sitzt, steht im Vergleich der OnlyFans-Alternativen; den Unterschied zwischen OnlyFans (Großbritannien) und MYM (Frankreich) zeigt MYM vs. OnlyFans. Anders liegt der Fall bei Maloum: Der Betreiber sitzt in Wien. Leistest du an eine österreichische Plattform, liegt der Leistungsort in der Regel in Österreich, die Umsätze sind hier also steuerbar und zählen zur Kleinunternehmergrenze. Die genaue Einordnung — und ob die Umsätze zur Kleinunternehmergrenze zählen — sollte eine Steuerberatung für dich klären.

4. Sozialversicherung bei der SVS

Selbständige sind in Österreich bei der Sozialversicherungsanstalt der Selbständigen (SVS) versichert.

  • Neue Selbständige werden pflichtversichert, sobald ihr Gewinn die Versicherungsgrenze von 6.613,20 Euro im Jahr (Wert 2026, SVS: aktuelle Werte) übersteigt. Du musst dich selbst bei der SVS melden, wenn du das erwartest.
  • Mit Gewerbeschein entsteht die Pflichtversicherung grundsätzlich mit der Anmeldung. Unter bestimmten Einkommens- und Umsatzgrenzen ist eine Ausnahme auf Antrag möglich.

Die Beiträge 2026 setzen sich laut SVS-Angaben grob so zusammen: 18,5 % Pensionsversicherung, 6,8 % Krankenversicherung und 1,53 % Selbständigenvorsorge auf die Beitragsgrundlage, dazu ein fixer Unfallversicherungsbeitrag von 12,96 Euro im Monat. Die Mindestbeitragsgrundlage liegt 2026 bei 551,10 Euro im Monat (SVS: vorläufige Beiträge). Rechne also mit gut einem Viertel deines Gewinns für die Sozialversicherung — zusätzlich zur Einkommensteuer.

Achtung bei Nachzahlungen: Die SVS setzt vorläufige Beiträge fest und rechnet nach dem Steuerbescheid nach. Wer im ersten Jahr gut verdient, bekommt oft Jahre später eine hohe Nachzahlung. Rücklagen sind Pflicht.

5. Das Finanzamt weiß Bescheid

Auch in Österreich müssen digitale Plattformen die Einnahmen ihrer Anbieter:innen an die Finanzverwaltung melden (Umsetzung der EU-Richtlinie DAC7). Nicht erklärte Einnahmen fallen früher oder später auf. Wer etwas nachzuholen hat, sollte das mit einer Steuerberatung tun.

Checkliste für Österreich

  1. Tätigkeit einordnen lassen: Neue Selbständige, Gewerbe oder beides.
  2. Beim Finanzamt melden (Steuernummer) und — falls nötig — Gewerbe anmelden.
  3. Erwarteten Gewinn mit der SVS-Versicherungsgrenze abgleichen.
  4. Rücklage bilden: Einkommensteuer plus rund ein Viertel des Gewinns für die SVS.
  5. Steuerberatung mit Plattform-Erfahrung suchen, spätestens wenn die Einnahmen regelmäßig werden.

Was dir nach Plattform-Gebühr übrig bleibt, kannst du mit dem Einnahmen-Rechner überschlagen — die Steuerberechnung dort ist allerdings auf Deutschland ausgelegt. Für die Schweiz gibt es einen eigenen Steuer-Guide Schweiz.

Quellen

Stand: Oktober 2026, Werte für 2026.

Häufige Fragen

Brauche ich in Österreich einen Gewerbeschein für OnlyFans?

Das hängt von der Tätigkeit ab. Laut Wirtschaftskammer fallen etwa Abo-Zahlungen für Inhalte typischerweise unter die Neuen Selbständigen ohne Gewerbeschein. Verdienst du zusätzlich mit Werbung, Kooperationen oder Affiliate-Marketing, brauchst du in aller Regel ein Gewerbe. Lass die Einordnung von WKO oder Steuerberatung prüfen.

Ab wann zahle ich in Österreich Einkommensteuer?

2026 sind die ersten 13.539 Euro deines Jahreseinkommens steuerfrei. Darüber steigt der Steuersatz stufenweise von 20 % bis 55 %. Maßgeblich ist dein gesamtes Einkommen, also inklusive eines etwaigen Gehalts.

Wie hoch ist die Kleinunternehmergrenze in Österreich?

Seit 2025 liegt sie bei 55.000 Euro brutto im Jahr. Bis zu dieser Grenze bist du von der Umsatzsteuer befreit, kannst aber auch keine Vorsteuer abziehen. Eine einmalige Überschreitung um bis zu 10 % ist toleriert.

Muss ich mich bei der SVS versichern?

Als Neue:r Selbständige:r wirst du pflichtversichert, sobald dein Gewinn aus der selbständigen Tätigkeit die Versicherungsgrenze übersteigt — 2026 sind das 6.613,20 Euro im Jahr. Mit Gewerbeschein entsteht die Pflichtversicherung grundsätzlich mit der Gewerbeanmeldung; unter bestimmten Grenzen ist eine Ausnahme möglich.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Für verbindliche Auskünfte wende dich an eine:n Steuerberater:in oder Rechtsanwält:in.